St. Jodok am Brenner

Nicht einmal alle Tiroler_innen kennen diesen Ort, der Bahnreisenden vom Sehen her durchaus bekannt ist. St. Jodok liegt in einer riesigen Kehre der Brenner-Eisenbahnstrecke. Und der Ortsname? Der geht auf den Pilgerheiligen Jodok zurück.

Pilgern war der Ort früher also ein Begriff. Zwar nicht nicht nur jenen, die nach Santiago gingen sondern vor allem den Rompilgern. Denn früher verlief ein alterntiver Weg zum Brenner über das Pardauntal. Damit umgingen die Pilger_innen die Burg Lueg kurz vor dem Brenner.

Von der Eisenbahn umrundet: St. Jodok, das liebliche Dörfchen am Eingang des Schmirn- und Valsertales.

Von der Eisenbahn umrundet: St. Jodok, das liebliche Dörfchen am Eingang des Schmirn- und Valsertales.

Der Tiroler Jakobsweg führt heute noch ins Ortsgebiet von St. Jodok, allerdings nur bis Stafflach an der Brennerstraße. Und St. Jodok hat weniger bei Pilger_innen einen guten Namen als bei Naturfexen und Bahnfreaks. Denn von hier aus erreicht man zwei Täler, die an Ruhe und Schönheit kaum mehr zu überbieten sind: Das Schmirn– und das Valsertal. Und: Die Brennerbahn ‚umrundet‘ das Dorf in einer riesig großen Kehre.

Blick über St. Jodok ins Wipptal

Blick über St. Jodok ins Wipptal. Bild: wikipedia

Bereits in prähistorischer Zeit überquerten Menschen vom Schmirntal aus die Hochalpen und gelangten ins heutige Hintertux im Zillertal. Besonders eine historische Tatsache ist für uns moderne Menschen unglaublich: Hintertux gehörte kirchlich lange zum Wipptal. So mussten die Toten denn bei Wind und Wetter über das Tuxer Joch bis zur Kirche nach Mauern geschleppt werden um sie dort zu begraben. Drei alte Grabkreuze in Mauern zeugen noch von dieser unfassbaren Anstrengung, die die Kirche damals ihren ‚Schäflein‘ willkürlich aufzwang.

Der Kaiserwinkl im Schmirntal. Von hier aus überquerten Menschen vermutlich schon in der ausgehenden Steinzeit die Pässe um ins heutige Hintertux im Zillertal zu gelangen.

Der Kaiserwinkl im Schmirntal. Von hier aus überquerten Menschen vermutlich schon in der ausgehenden Steinzeit die Pässe um ins heutige Hintertux im Zillertal zu gelangen. Bild: wikipedia

Das Valsertal hat seinen Namen nicht etwa von ‚Walsern‘, die im 14. Jahrhundert aus dem Wallis ostwärts gezogen waren und das heutige Große- und Kleine Walsertal in Vorarlberg besiedelten. Nein, Vals bzw. vallis ist ganz einfach der rätische Ausdruck für Tal. Denn schon in rätischer Zeit schätzte man das Tal als Viehweide. Kaum bekannt ist die Tatsache, dass in Innervals früher blauer und weißer Marmor abgebaut worden sind. Die Böden in der Innsbrucker Hofburg und im Dom zu St. Jakob in Innsbruck wurden mit diesem Marmor belegt.

Wenig bekannt ist ein weiterer Umstand, der das Tal zu einem Eldorado für Naturliebhaber_innen macht: Der Talschluss des Valsertales steht unter Naturschutz. Das Naturschutzgebiet Valsertal ist auch als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen.

Am Talschluss des Valsertales thront der mächtige Olperer.

Am Talschluss des Valsertales thront der mächtige Olperer. Bild: wikipedia

 

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “St. Jodok am Brenner

  1. Pingback: Die 1. Etappe des Brennerweges: Vom Brennerpass nach Steinach/Brenner | Der Tiroler Jakobsweg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s