Zams, die alte Mautstation

Zams ist  vor allem Zugfahrer_innen ein Begriff: Landeck-Zams heißt die Station vor bzw. nach dem Arlberg. Und das umreißt eigentlich auch die historische Bedeutung dieser Station am Tiroler Jakobsweg.

Zams ist ein uralter Verkehrsknotenpunkt. Hier trafen und treffen immer noch die Wege vom Vinschgau, dem Engadin, Bayern und dem Bodenseeraum aufeinander. Eine schon immer in Zams existierende Brücke über den Inn war denn auch der Goldesel vor allem im Mittelalter: die Händler hatten für ihre Fuhrwerke hier Brückengebühr, Wegzoll und allerhand andere Abgaben zu blechen, wollten sie weiter des Weges ziehen. Das ist gottseidank heute – zumindest für Fußgänger – nicht mehr so. Pilger_innen blechen eh schon genug in den Tiroler Pensionen 😉

Der Ortsteil Grist (links) und die Kirche des Ortsteiles Falterschein (rechts) in diesem fantastischen Bild von Josef Saurwein / wikipedia.

Der Ortsteil Grist (links) und die Kirche des Ortsteiles Falterschein (rechts) in diesem fantastischen Bild von Josef Saurwein / wikipedia. Auf dem Weg von der Kronburg nach Zams.

Kein Wunder, dass Zams unbeliebt war. Zweimal wurde der Ort dem Erdboden gleichgemacht: in den Appenzeller-Kriegen um 1406 und beim sogenannten ‚Bayerischen Rummel‘ 1703. Auch bei den himmlischen Mächten schien Zams in Verruf geraten zu sein. Gleich zweimal wütete hier die Pest. Das ist noch nicht alles. Auch vom Feuer wurde Zams nicht verschont. Zweimal brannte der Ort ab. 1763 fielen 42 Häuser den Flammen zum Opfer, 1911 brannte der größte Teil des Ortes samt der Kirche ab. Deshalb steht der Kirchturm heute getrennt vom Kirchengebäude irgendwie verloren in der Gegend herum, weil das Kirchenschiff nicht an den Turm gebaut worden ist.

Turm und Kirchengebäude in Zams sind nach einem Kirchenbrand getrennt

Turm und Kirchengebäude in Zams sind nach einem verheerenden Kirchenbrand 1911 „getrennt lebend“. Bild: wikipedia

Auf dem Tiroler Jakobsweg betreten wir – von Obsauers kommend – zuallererst den Zammer Ortsteil Kronburg. Von dieser, auf einem kühn aufragenden Felssporn Ende des 12. Jahrhunderts erbauten Burg war der gesamte Verkehr von und nach Innsbruck locker und leicht zu überblicken. Und zu kontrollieren, versteht sich. Zusammen mit einer zweiten Burg, der ebenso kühn an den Hang gebauten Burg Schrofenstein, konnte sich im Tal kaum keine Maus bewegen, ohne dass sie nicht entdeckt worden wäre. Das am Fuß der heutigen Burgruine Kronburg gelegene Kloster samt Pilgerherberge (Details siehe unten) wird von den „Barmherzien Schwestern Vinzenz von Paul“ geführt. Mein Tipp: Übernachten Sie hier. Denn im ‚Klösterle‘ bieten die Barmherzigen Schwestern Übernachtung und Frühstück um 25 Euro an.

Der Abstieg nach Zams kann auch am kommenden Morgen erfolgen. Und gibt uns einen ersten Eindruck von der wilden Schönheit der kommenden Etappen.

Die Kronburg dominiert Zams, den Verkehrsknotenpunkt am Tiroler Jakobsweg

Die Kronburg dominiert Zams, den Verkehrsknotenpunkt am Tiroler Jakobsweg

Die Kirche zu Kronburg mit dem alten, wunderschönen Gasthof Kronburg.

Die Kirche zu Kronburg mit dem alten, wunderschönen Gasthof Kronburg.

Das Gastzimmer des Gasthofes Kronburg ist - wie könnte es in Tirol anders sein - mit Zirbe getäfert.

Das Gastzimmer des Gasthofes Kronburg ist – wie könnte es in Tirol anders sein – mit Zirbe getäfert.

Und das bietet Zams den Pilger_innen:

Trinkwasserbrunnen, Postamt, Bank und Bankomat, Arzt, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten, und öffentliches WC.

 

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