Kematen – hier beginnt das Tiroler Oberland

Der Sage nach war Kaiser Maximilian der Taufpate des Ortsnamens. „Wenn sie decht nur kematen“ (=wenn sie nur kämen) soll er ausgerufen haben, als er sich in der Martinswand verstiegen hatte und auf Hilfe wartete.

Sicher ist jedoch, dass die Pilger_innen nun ganz offiziell das Tiroler Oberland betreten. Denn der Ort, dessen Namen sich vermutlich vom lateinischen Ausdruck ,Chemenaten‘, also beheiztem Raum herleitet, ist die eigentliche geografische Grenze zwischen dem wilden und dem weniger wilden Teil dieses wunderbaren Landes.

Die Martinswand bei Kematen, in der sich Kaiser Maximilian verstiegen hatte. Bild: wikipedia/Svickova

Die Martinswand bei Kematen, in der sich Kaiser Maximilian verstiegen hatte. Bild: wikipedia/Svickova

Blick vom "Himmelreich" auf Kematen und weitere vier Kirchtürme, die wie auf einer Perlenschnur erscheinen.

Blick vom „Himmelreich“ auf Kematen und weitere vier Kirchtürme, die wie auf einer Perlenschnur erscheinen. Interessant ist der Kirchturm der St. Viktor geweihten Kemater Kirche mit seinen insgesamt drei Zwiebeln.

Eine lustige Markierung am Tiroler Jakobsweg in Kematen

Eine lustige Markierung am Tiroler Jakobsweg in Kematen

In Kematen ist kein Gebäude älter als 300 Jahre. Denn im Zuge der Spanischen Erbfolgekriege wurde das Dorf 1703 von den aus Innsbruck vertriebenen Bayern geplündert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Neuzeit hat dann auch noch ganz Arbeit geleistet. Sie ist an Kematen auch ohne kriegerische Gewalt nicht spurlos vorüber gegangen. Die alten Bauernhöfe sind – wie so oft in Tirol – durch meist nichtssagende neue Gebäude ersetzt worden. Interessant direkt am Tiroler Jakobsweg ist noch einer der aus Stein gemauerten Kornspeicher, die zur Aufbewahrung des Zehent dienten.

Kematen und das wunderbare Bergpanorama

Kematen, Blick nach Westen ins Tiroler Oberland

Ein alter Getreidespeicher in Kematen. In ihm wurden die Zwangsabgaben der Bauern an die Kirche (Zehent) gelagert.

Ein alter Getreidespeicher in Kematen. In ihm wurden die meist erpresserischen Zwangsabgaben der Bauern an die Kirche (Zehent) gelagert.

Kematen ist aber ein ideales Basislager für Bergfexe. Der Ort – vergleichbar mit Völs –  ist dem erweiterten Speckgürtel der Landeshauptstadt Innsbruck zuzurechnen. Eine Wohngemeinde, die über ein hohes Maß an Wohnqualität verfügt und vor allem für Familien und Naturliebhaber sehr attraktiv ist. 

Und das bietet Kematen den Pilger_innen:

Trinkwasserbrunnen, Postamt, Bank und Bankomat, Arzt, Apotheke, Einkaufsmöglichkeiten.

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Ein Gedanke zu “Kematen – hier beginnt das Tiroler Oberland

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