Pfaffenhofen – einst ein Bischofssitz

In Pfaffenhofen residierte vor 1.500 Jahren schon ein Bischof. Wie der Ort zu dieser Ehre kam bleibt allerdings im Dunkeln. 

Der Tiroler Jakobsweg nähert sich Pfaffenhofen quasi ,von oben‘, von einer kleinen Anhöhe aus. Von hier sieht man die Burgruine Hörtenberg genauso wie den Ort und natürlich die mächtige „Hohe Munde“. Der Name dieses Berges hat lateinische Wurzeln, „Montana“ wurde zu „Munde“.

Die Hohe Munde von Pfaffenhofen aus gesehen.

Die Hohe Munde vom Tiroler Jakobsweg in Pfaffenhofen aus gesehen.

Offenbar hatten es diese Landschaftsformen auch schon den Menschen der Antike angetan. Denn Siedlungsreste aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. belegen die offenkundige Beliebtheit der Gegend. Und ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. waren es dann ganze Siedlungen mit Kultplätzen und dergleichen, die im heutigen Pfaffenhofen errichtet worden waren.

Ausgrabungen im Bereich der Burgruine Hörtenberg belegen, dass Pfaffenhofen zur Eisenzeit (etwa 600 v. Chr.) ein beliebter Siedlungsplatz war.

Ausgrabungen im Bereich der Burgruine Hörtenberg belegen, dass Pfaffenhofen zur Eisenzeit (etwa 600 v. Chr.) ein beliebter Siedlungsplatz war.

Unglaublich aber wahr: Pfaffenhofen war schon um 500 ein Bischofsssitz. Leider gibt es dazu keine näheren Informationen. Mich hätte schon interessiert, woher der Bischof damals gekommen ist und weshalb er seinen Sitz ausgerechnet in Pfaffenhofen aufgeschlagen hatte. Er war ein „Wanderbischof“, was immer das heißen soll. Sozusagen ein ‚Wanderhirte‘, wie es im Urchristentum ja üblich war. A propos Sitz: Der ist sogar noch zu sehen, unter dem Presbyterium der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt kann er bewundert werden.

Die Kirche Mariä Himmelfahrt zu Pfaffenhofen. Bild: wikipedia

Die Kirche Mariä Himmelfahrt zu Pfaffenhofen. Bild: wikipedia

Die Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt ist das eigentliche Symbol Pfaffenhofens. Der auffallend hohe, schlanke und sehr spitz zulaufende Kirchturm wird von der Autobahn aus genauso gesehen wie wenn man mit der Eisenbahn reist. Interessant ist der Umstand, dass hier, in dieser Kirche vor rund 1200 Jahren die Mitglieder der damals bajuwarischen Oberschicht begraben wurden und nicht in Telfs. Was doch einige Rückschlüsse auf die Stellung Pfaffenhofens zulässt. Sehenswert ist ein Fresko an der Südseite der Kirche das die Auferstehung Christi zeigt.

Das Auferstehungs-Fresko an der Pfarrkirche Pfaffenhofen

Das Auferstehungs-Fresko an der Pfarrkirche Pfaffenhofen

Und natürlich spielt die Burg Hörtenberg eine zentrale Rolle im Mittelalter. Im 13. Jhdt. erstmals erwähnt war sie Gerichts- und Herrschaftszentrale der Region. Bis sie 1706 mit vermutlich riesigem Krawumm in die Luft flog, als ein Blitz in die dort gelagerten 1.500 Zentner Pulver einschlug. War ja auch kein wirklicher Schaden für‘s Volk. Übrig blieb nur der Turm, der von der Gemeinde dann mit einem Dach versehen wurde um ihn vor dem Verfall zu schützen.

Der Turm der einstigen Burg Hörtenberg bei Pfaffenhofen. Bild: wikipedia/Dorothea Dietrich

Der Turm der einstigen Burg Hörtenberg bei Pfaffenhofen. Bild: wikipedia/Dorothea Dietrich

Bemerkenswert ist noch das Kloster der Armen Schulschwestern in Pfaffenhofen. Ansonsten hat auch in Pfaffenhofen einerseits nicht nur die Abrissbirne gewütet, sondern auch der schlechte Geschmack von Architekten und Bauherren fröhliche Urständ gefeiert.

Dieses alte, verfallende Bauernhaus hinter der Kirche in Pfaffenhofen ist sozusagen der 'letzte Mohikaner' bäuerlicher Baukultur.

Dieses alte, verfallende Bauernhaus hinter der Kirche in Pfaffenhofen ist sozusagen einer der ‚letzte Mohikaner‘ bäuerlicher Baukultur.

Und das bietet Pfaffenhofen den Pilger_innen:

Trinkwasserbrunnen, Bank und Bankomat, Arzt, Einkaufsmöglichkeiten, Schwimmbad, öffentliches WC.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Pfaffenhofen – einst ein Bischofssitz

  1. Pingback: 8. Etappe: Inzing – Haiming | Der Tiroler Jakobsweg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s