9. Etappe: Haiming – Kronburg

Etappe Haiming - Kronburg

Eine Etappe am „wilden Inn“ erwartet uns – pilgern auf einer Straße die unter Denkmalschutz steht – zwei Dörfer auf einer Sonnenterrasse, die die Römer bereits schätzten – Aufstieg zum vielleicht schönsten Punkt des Tiroler Jakobsweges nach Obsaurs – weiter zum Etappenziel nach Kronburg mit seiner klösterlichen Herberge.

Streckenlänge: 26,5 km, Dauer: 7 Stunden.

pfeil großZusatzbemerkung: Da ich ‚Wegwart‘ der Strecke zwischen Imsterau und Zams bin sind ab Imsterau alle Abzweigungen mit gelben Pfeilen versehen. Ganz so wie am Camino Francès in Spanien. Ihr könnt also Smartphones und Wegkarten beiseite legen. Ultreia!

Jene Pilger_innen, die bereits seit einigen Tagen – um genau zu sein von Kufstein an – mehr oder minder entlang des Inns gepilgert sind, haben den Fluss als zahm, schön und vor allem in grüner Farbe erlebt. Das ändert sich auf dieser Etappe zwischen Haiming und Imst. Denn hier durchfließt der Inn die Imster Schlucht und hat sich riesige Mäander in den gewaltigen Bergsturz zwischen Ötztal-Bahnhof und Roppen gegraben.

Der uralte Gasthof Magerbach in Haiming: hier wird der Inn seit Urzeiten überquert.

Der uralte Gasthof Magerbach in Haiming: hier wird der Inn seit Urzeiten überquert.

Ein uralter Inn-Übergang steht am Beginn der Etappe in Haiming: jener von Magerbach. Wie das Wort schon sagt dürfte der Inn hier immer schon recht schmal und mager dahergeflossen sein. Deshalb auch das gleichnamige, uralte Gasthaus, das einst Post- und Labestation gewesen sein dürfte, seit Jahren zwar bewirtet ist dessen Bausubstanz aber leider vor sich hin rottet.

Pilgern durch eine traumhafte Landschaft bei  Haiming auf dem Weg nach Roppen.

Pilgern durch eine traumhafte Landschaft bei Haiming auf dem Weg nach Roppen.

Der Inn mäandert zwischen Roppen und Haiming durch einen riesigen Felssturz.

Der Inn mäandert zwischen Roppen und Haiming durch einen riesigen Felssturz.

RömerbadlDer Weg führt jetzt an den Hängen des Tschirgant entlang nach Ötzerau und von dort auf guten Wegen weiter nach Roppen. Auf dieser Strecke kann nun der Inn als das kennen gelernt werden, was er eigentlich ist: ein wildromantischer Gebirgsfluss, der sich stark und mächtig seinen Weg bahnt. Und sozusagen als Belohnung erwartet die Pilger_innen in Roppen das Römerbadl, eine bereits von den Römern gefasste schwefelhaltige Quelle.

Mächtig rauscht der Inn am Römerbadl vorbei.

Mächtig rauscht der Inn am Römerbadl vorbei.

Ab jetzt wird die Etappe etwas gebirgiger. Vorerst folgen wir noch dem Inn bis zum sog. ,Burschl‘, einem ,Heiligen Hügel‘ der lokalen Bevölkerung samt Kapelle. Danach trennen sich die Wege: links führt eine Variante des Tiroler Jakobsweges über Arzl im Pitztal und dann entlang eines Höhenweges nach Imsterau um dort wieder, mit dem historischen Jakobsweg vereint, zur Kronburg weiterzuführen. Rechts geht der quasi originale Jakobsweg auf uralten Trassen über Karres und Karrösten in Richtung Imsterau.

Der Blick vom 'Burschl' auf den Acherkogel: für die Religionen der Vorzeit waren die drei dreieckigen Spitzen göttliche Symbole.

Der Blick von der Trankhütte über den Burschl zum Acherkogel. Ein Berg, der von den Rätern mit Sicherheit verehrt worden ist: drei Bergspitzen, jeweils in Dreiecksform.

Die sog. Trankhütte bei Roppen. Hier beginnt die denkmalgeschützte Straße nach Karres.

Die sog. Trankhütte bei Roppen. Hier beginnt die denkmalgeschützte Straße nach Karres. Und nebenbei ein Selfie via Verkehrsspiegel.

Ab der sogenannten Trankhütte führt unsere heutige Pilgerreise über eine uralte, vermutlich römische oder gar scho vorrömische Straße ins schöne Dörfchen Karres. Nicht umsonst wurde dieser Straßenabschnitt unter Denkmalschutz gestellt, so exoisch das nun klingt.

Die denkmalgeschützte Straße mit ihren "Randsteinen".

Die denkmalgeschützte Straße mit ihren „Randsteinen“.

Von Karres geht es nach einer uralten Brücke rechts hinauf nach Karrösten. Den archäologisch interessierten Pilger_innen sei verraten, dass an dieser Strecke die Reste einiger römische Villen gefunden worden sind was belegt, wie beliebt dieses kleine Hochplateau schon in der Antike war.

Der Blick auf das Hochplateau von Karres und Karrösten

Der Blick auf das Hochplateau von Karres und Karrösten

Karres (re. unten) und Karrösten

Karres (re. unten) und Karrösten

Hoch ragt er auf, der Kirchturm der Kirche St. Stephan in Karres.

Hoch ragt er auf, der Kirchturm der Kirche St. Stephan in Karres.

Der Kirchturm von Karrösten vor den hoch aufragenden Bergspitzen

Der Kirchturm von Karrösten vor den hoch aufragenden Bergspitzen

Von Karrösten führt der Weg wieder abwärts zum Bahnhof nach Imst-Pitztal. Bitte achten Sie auf die Beschilderung, die in diesem Bereich äußerst mangelhaft ist. Bei der Überquerung der Fahrstraße folgen sie bitte NICHT dem Feldweg sondern der Straße abwärts. Dann erreichen Sie den Bahnhof, der quasi inmitten der Imster Schlucht liegt. Interessant ist auch noch „Königskapelle“, die zur Erinnerung an den hier bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommenen König Friedrich August II. von Sachsen (1797–1854) errichtet wurde.

Die "Sachsenkapelle" erinnert an den Sachsenkönig Friedrich August II, der hier 1854 mit seiner Kalesche verunglückte.

Die „Sachsenkapelle“ erinnert an den Sachsenkönig Friedrich August II, der hier 1854 mit seiner Kalesche verunglückte.

Wieder überqueren wir den Inn, dieses Mal beim Bahnhof Imst-Pitztal.

Wieder überqueren wir den Inn, dieses Mal beim Bahnhof Imst-Pitztal.

Beim Bahnhof führt der Weg wieder aufwärts, in Richtung Arzl nach Imsterau und Schönwies. Und in Schönwies beginnt dann der Auftieg nach Obsaurs, zum vielleicht schönsten Punkt des Tiroler Jakobsweges. Die Kirche ist üblicherweise verschlossen, die Schlüssel zur Kirche können nach einem kurzen Aufstieg zum Bauernhaus oberhalb des Kirchleins (links des Weges) geholt werden. Eine detaillierte Darstellung der Kirche findet ihr hier.

Die Kirche St. Vigil zu Obsaurs mit dem Römerturm und dem Tschirgant, der von hier aus besehen eine nahezu vollendete Pyramide darstellt.

Die Kirche St. Vigil zu Obsaurs mit dem Römerturm und dem Tschirgant, der von hier aus besehen eine nahezu vollendete Pyramide darstellt.

Hier sollte man den Wasservorrat auffrischen, und zwar beim Brunnen unmittelbar vor der Kirche. Und wer Lust und Kraft hat, kann natürlich auch den Römerturm besuchen, der oberhalb der Kirche aufragt.

Von Obsaurs aus führt der Weg wenig kräftezehrend nach Kronburg.

Von Obsaurs aus führt der Weg wenig kräftezehrend nach Kronburg.

Die Ruine Kronburg vor den Bergen des Paznauntales

Die Ruine Kronburg vor den Bergen des Paznauntales

Von Obsaurs an bis zur Kronburg geht es auf einem Höhenweg, ohne großes Auf und Ab. Erwähnenswert ist noch eine schmale aber tiefe Schlucht, die der Weg überquert bevor man in Kronburg eintrifft. Wo bereits die Pilgerherberge im ‚Klösterle‘ den ermatteten Pilger_innen harrt.

Kronburg, eine kleine klösterliche Ansiedlung oberhalb der Bezirksstadt Landeck.

Kronburg, eine kleine klösterliche Ansiedlung oberhalb der Bezirksstadt Landeck.

Streckendaten und Wegverlauf Haiming-Kronburg

Herbergen zwischen Haiming und Kronburg

Ortsbeschreibung Roppen (in Arbeit)

Ortsbeschreibung Karres (in Arbeit)

Ortsbeschreibung Karrösten (in Arbeit)

 

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2 Gedanken zu “9. Etappe: Haiming – Kronburg

  1. Pingback: Roppen: Adrenalin und Römerbadl | Der Tiroler Jakobsweg

  2. Pingback: Ein Lob der kleinen Dinge – Tirol isch toll

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