5. Etappe: St. Gertraudi – Gnadenwald

tappe tratzberge

Zwei wunderbare Wallfahrtskirchlein ,säumen‘ den Weg dieser Etappe. Sie liegen allerdings nicht direkt an der Strecke. Also müssen zwei Entscheidungen über den Verlauf dieser Etappe getroffen werden.

Streckenlänge: ca. 29 km, Dauer: 8 1/2 Stunden

Entscheidung Nr. 1: Pilgerweg von Strass aus über Maria Brettfall oder die ,normale‘ Route via Lindenallee nach Rotholz. Entscheidung Nr. 2 in Stans: via Wolfsklamm nach St. Georgenberg oder auf der ,normalen‘ Route des Jakobswegs nach Fiecht  und weiter nach Terfens – danach wundersame Pilgerstrecke durch den Gnadenwald zum traumhaften Klösterchen St. Martin im Gnadenwald.

Kropfberg, heute eine Ruine, säumt den Weg von St. Gertraudi nach Strass. Man sollte immer bedenken, dass diese Zwingburgen vor allem der Ausbeutung der Bevölkerung dienten.

Kropfberg, heute eine Ruine, säumt den Weg von St. Gertraudi nach Strass. Man sollte immer bedenken, dass diese Zwingburgen vor allem der Ausbeutung der Bauern dienten.

Wir lassen das wunderbare Kirchendörfchen St. Gertraudi hinter uns. Noch lange sind die Ruinen der Burg Kropfsberg sichtbar. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass solche Burgen Stützpunkte der Kirche und des Adels zur Ausbeutung der Bauern waren.

Kurz vor Strass überqueren wir die Ziller, einst gleich in zweierlei Hinsicht eine Grenze. Vor 200 Jahren einerseits zwischen Bayern und Tirol, andererseits zwischen der Diözese Salzburg und der Diözese Brixen. Das äußert sich auch in der Farbe der Kirchtürme: links des Zillers glänzen die Kirchtürme rot, rechts hingegen leuchten sie grün als Zugehörigkeit der Erzdiözese Salzburg.

Die Jakobskirche von Strass im Zillertal. Links oben blinzelt die Wallfahrtskirche Maria Brettfall ins Bild.

Die Jakobskirche von Strass im Zillertal. Links oben blinzelt die Wallfahrtskirche Maria Brettfall ins Bild.

Während der Weg über Maria Brettfall etwas anstrengender ist, bleibt die Lindenallee nach Rotholz eine lockere und luftige Pilgerangelegenheit. Jedenfalls treffen beide Strecken wieder bei der Fußgängerbrücke von Rotholz nach Jenbach zusammen. Die Wegvariante über Maria Brettfall schildere ich hier.

Eine Allee für die Pilger_innen in Rotholz: die Lindenallee. Gepflegtes Pilgern hat einen Namen.

Eine Allee für die Pilger_innen in Rotholz: die Lindenallee. Gepflegtes Pilgern hat einen Namen.

Von Rotholz aus überquert man den Inn nach Jenbach.

Von Rotholz aus überquert man den Inn nach Jenbach.

Die Kirche St. Wolfgang und Leonhard in Jenbach.

Die Kirche St. Wolfgang und Leonhard in Jenbach.

Und nun heißt‘s aufpassen: denn Jenbach ist quasi nicht beschildert. Einfach in Richtung Kirche gehen und von dort weiter in Richtung Stans. Tipp: nach dem Kraftwerk nicht links abbiegen, wie dies Schilder suggerieren! Der Weg endet in einer Sackgasse. Auf der Straße bis zur Abzweigung zum Schloss Tratzberg weitergehen. Das Schloss Tratzberg kann übrigens besichtigt werden. Nach einem leichten Anstieg geht der Weg durch einen wunderschönen Wald nach Stans. Hier muss eine Entscheidung getroffen werden: entweder direkt weiterpilgern nach Fiecht oder via Wolfsklamm nach St. Georgenberg und von dort wieder nach Fiecht. Ich beschreibe diese Spezial-Etappe hier. (derzeit noch in Arbeit)

Die Burg Tratzberg zwischen Jenbach und Stans

Die Burg Tratzberg zwischen Jenbach und Stans

Die alte Pfarrkirche von Stans ist dem Hl. Laurentius gewidmet.

Die alte Pfarrkirche von Stans ist dem Hl. Laurentius geweiht.

Der weitere Weg via Vomp und Vomperbach nach Terfens ist wenig spektakulär. Wenn man von vom ,Kiesbergwerk‘ in Vomperbach absieht. Hier wird eine riesige, vorzeitliche Gletscher-Moräne abgebaut. Eine kleine Kapelle in einer Höhle dieser Moräne liegt direkt am Weg.

Eine Kapelle in der riesigen Moräne von Vomperbach.

Die Kapelle in der riesigen Moräne von Vomperbach.

In Terfens sollte unbedingt ein gotisches Fresko in der Kirche der Hl. Juliana besichtigt werden. Da wird nämlich Nährvater Josef als Windeln waschender und kochender Hausmann dargestellt. Sehr interessant. Den Tipp gab mir übrigens die Wirtin des Dorfcafes am Platz vor der Kirche, in dem es ganz ausgezeichnete, hausgemachte Kuchen gibt.

St. Juliana in Terfens mit dem einzigartigen gotischen Wandfresko. An der Außenseite ein Christophorus, der immer ein Zeichen dafür war, dass sich ganz in der Nähe dieser Kirche eine Durchzugsstraße befunden hatte. Wohl wahr in Terfens, wo es eine römische Straße gab.

St. Juliana in Terfens mit dem einzigartigen gotischen Wandfresko. An der Außenseite ein Christophorus, der immer ein Zeichen dafür war, dass sich ganz in der Nähe dieser Kirche eine Durchzugsstraße befunden hatte. Wohl wahr in Terfens, wo es eine römische Straße gab.

Josef als Hausmann: hier wäscht er Windeln.

Josef als Hausmann: hier wäscht er Windeln

Hier kocht Nährvater Josef ein Mus für Jesus

Hier kocht Nährvater Josef ein Mus

Von Terfens geht es dann – gut ausgeschildert – in den sogenannten Gnadenwald. In der Tat, diese Gegend ist begnadet. Ein Mittelgebirgs-Plateau mit grandiosen Ausblicken auf die Zillertaler Alpen. Immer die riesigen Felsblöcke des Karwendels ,im Rücken‘.

In Maria Larch, knapp oberhalb von Terfens beginnt der Gnadenwald. Im wahren Sinn des Wortes.

In Maria Larch, knapp oberhalb von Terfens beginnt der Gnadenwald. Im wahren Sinn des Wortes.

Zuerst erreicht man das Kirchlein ,Maria Larch‘ samt ,Heilquelle‘. Das angeblich rechsdrehende Wasser wird von vielen Menschen in Flaschen abgefüllt und soll wundertätige Wirkungen entfalten. Nach Maria Larch geht der Weg durch eine wunderschöne Landschaft nach Wald mit seinem Kirchlein St. Martin. Aus diesem Wald wurde später eben der Gnadenwald. Auch der weitere Weg zum Klösterchen St. Martin ist wunderschön, entspannend und fördert geradezu kontemplatives Pilgern.

Berge und grüne Wiesen samt viel Wald: das ist der Gnadenwald

Berge und grüne Wiesen samt viel Wald: das ist der Gnadenwald

Die Schönheit dieser Etappe kann mit diesem Bild von St. Michael eindrucksvoll gezeigt werden.

Die Schönheit dieser Etappe kann mit diesem Bild von St. Michael eindrucksvoll gezeigt werden.

Kirche und Kloster St. Martin im Gnadenwald

Kirche und Kloster St. Martin im Gnadenwald

Ich empfehle allen Pilger_innen, einen Platz im Klösterchen im Voraus zu reservieren und hier eine Nacht zu verbringen. Es ist ganz einfach wunderbar! Unterhalb des Klösterchens befindet sich der Speckbacherhof, in dem es eine ganz vervorragende Tiroler Küche gibt!

Ein kleines Klösterchen an einem wunderbaren Platz: St. Martin im Gnadenwald

Ein kleines Klösterchen an einem wunderbaren Platz: St. Martin im Gnadenwald

Streckendaten und Wegverlauf St. Gertraudi – Gnadenwald

Herbergen zwischen St. Gertraudi und Gnadenwald

Ortsbeschreibung Strass (in Arbeit)

Ortsbeschreibung Jenbach (in Arbeit)

Ortsbeschreibung Stans (in Arbeit)

Ortsbeschreibung Terfens (in Arbeit)

Ortsbeschreibung Gnadenwald (in Arbeit)

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Ein Gedanke zu “5. Etappe: St. Gertraudi – Gnadenwald

  1. Pingback: St. Georgenberg und das Blutwunder | Der Tiroler Jakobsweg

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