4. Etappe: Wörgl – St. Gertraudi

Die Karte zur 4. Etappe. Auf Bild klicken.

Die Karte zur 4. Etappe.  Auf Bild klicken um die gesamte Route zu sehen.

Eine feine, ja geradezu märchenhafte Etappe erwartet die entspannten Pilgersleute. Ein mittelalterliches Städtchen, ein Märchenschloss und eine legendäre Pilgerherberge.

Streckenlänge: ca. 25 km; Dauer: ca. 6,5 Stunden

Diese feine, ruhige Etappe ist ein Augenschmaus – zuerst durch die Mittelgebirgslandschaft bei Breitenbach am Inn – mit anschließender Innüberquerung ins kleine aber sehr feine mittelalterliche Städtchen Rattenberg – um dann nach Brixlegg dem Höhepunkt der Etappe zuzustreben, dem Schloss Matzen mit seinem riesigen und außergewöhnlichen Schlosspark – die Etappe klingt im Kirchendörflein St. Gertraudi in der Pilger-Herberge des Gasthofs Kammerlander ruhig und entspannt aus.

Horst Egger ist einer der letzten autorisierten Holzfischer in Wörgl am Inn. Bei Hochwasser ist er stets zur Stelle.

Horst Egger ist einer der letzten autorisierten Holzfischer in Wörgl am Inn. Bei Hochwasser ist er stets zur Stelle.

Wörgl ist ein historischer Bahnknotenpunkt in Tirol. Von hier aus geht es über‘s „Deutsche Eck“ rasch und rasant in Richtung Wien. Aber auch in Richtung Kitzbühel und Graz. Für Pilger_innen beginnt‘s jedoch mit einer Überquerung des Inns in Richtung Breitenbach. Ich hatte im Juni 2015 die einmalige Gelegenheit, einen der letzten Holzfischer am Inn kennen zu lernen. Horst Egger (Bild oben) fischte eben Baumstämme aus dem Hochwasser führenden Fluss und war einerseits redselig und andererseits sehr nett.

Sanfte Hügel, grüne Wiesen und wunderbare, massive Bauernhäuser säumen den Tiroler Jakobswegs auf dieser Etappe.

Sanfte Hügel, grüne Wiesen und wunderbare, massive Bauernhäuser säumen den Tiroler Jakobswegs auf dieser Etappe. Und von einem solchen Tiefblau des Himmels kann man anderswo nur träumen.

Nach einem längeren, sanften Aufstieg pilgert der frohgemute Pilgersmann / die fröhliche Pilgerin auf einer Art Mittelgebirgs-Plateau dahin. Sanfte Hügel kennzeichnen diese Landschaft genauso wie die wuchtigen Bauernhöfe.

Der Service-Kasten für Jakobspilger

Der Service-Kasten für Jakobspilger

Eine Überraschung wartet – allerdings nur für aufmerksame Pilgersleute – in Egg bei Kleinsöll. Urplötzlich erkennt man aus den Augenwinkeln heraus ein Servicekästchen für Pilger_innen, das an einem Baum angebracht ist. Samt einer davor stehenden Bank. Diese wunderbare Idee hatte Frau Renate Rohm, die ich dann auch persönlich kennenlernen durfte.

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Das Ehepaar Rohm

Das ‚Service-Kästchen‘ für Jakobs-Pilger_innen enthält einen Stempel (der dürfte bald Liebhaberwert kriegen), ein Fläschchen ausgezeichneten Obstbrandes, Kugelschreiber und ein Gästebuch, in das sich schon sehr viele Pilger_innen eingetragen haben. Vielleicht ist Frau Renate Rohm in ein paar Jahren so bekannt wie es die berühmte Signora Felicità, die kurz vor Logrono unter einem Feigenbaum sitzend etwas Ähnliches tat. Viele Jakobspilger_innen kennen sie und ihren Leitsatz: Agua, Higos y Amor. (Wasser, Feigen und Liebe)

Kleine, versteckte Schönheiten prägen diese Etappe. Es geht hügelauf-hügelab, teils auf schmalen Wegen weiter. Eigentlich vergleichbar mit einer schönen Almwanderung.

Eine dieser kleinen, wunderschönen 'Petitessen': die Bauerngärtchen vor den wunderschönen Bauernhöfen.

Eine dieser kleinen, wunderschönen ‚Petitessen‘: die Bauerngärtchen vor den prachvollen Bauernhöfen.

Hier ist der Jakobsweg quasi ein Almweg. Es geht durch eine wunderschöne Landschaft.

Hier ist der Jakobsweg quasi ein Almweg und führt durch eine wundervolle Landschaft und schattige Wälder.

Im Juni 2015 führte eine Umleitung des Tiroler Jakobsweges (wegen einer Hangrutschung) am Höfemuseum bei Kramsach vorbei auf eine Anhöhe, von der aus das Inntal wunderbar zu übersehen ist.

Rattenberg am Inn. Hier führt der Fluss Hochwasser. Ansonsten glänzt er flaschengrün.

Rattenberg am Inn. Hier führt der Fluss Hochwasser. Ansonsten glänzt er flaschengrün.

Nach einer längeren, schnurgeraden Wegstrecke entlang des Inns wird dieser wieder überquert. Das wundersame Städtchen Rattenberg lädt zur Rast. Ein kleiner Stadtrundgang durch dieses, das Mittelalter noch immer ausstrahlende Städtchen ist in Rattenberg überaus empfehlenswert. Was ich auch empfehlen kann: ein Besuch der Schau-Glasbläserei Kisslinger, in der Hauptstraße, der Südtiroler Straße gelegen.

Im mittelalterlichen Rattenberg lohnt sich ein kleiner Rundgang. Und ein Kaffee natürlich. Auf der Hauptstraße.

Im mittelalterlichen Rattenberg lohnt sich ein kleiner Rundgang. Und ein Kaffee natürlich. Auf der Hauptstraße.

Der Weg führt nun nach Brixlegg, der Montanstadt Tirols, in der heute noch Kupfer verarbeitet wird. Hier – ich geb‘s zu – habe ich mein vegetarisches Leben kurz unterbrochen um einen berühmten Leberkäs zu essen, jenen der Mezgerei Sock in Brixlegg. Direkt am Jakobsweg. Selbst das falstaff-Magazin lobt Qualität und Deftigkeit des Wurst- und Schinkensortiments. Und der Leberkäs? Weltklasse würde ich sagen. 

Das Kupferschmiedehaus in Brixlegg.

Das Kupferschmiedehaus in Brixlegg.

Nach Brixlegg fühlen sich die Pilgersleute dann aber ganz besonders wohl. Es beginnt mit einer uralten Allee und führt weiter zu Schloss Matzen. Ein grandioses Gebäude, das heute als Hotel geführt wird. Das Tolle an der Sache: der Schlosspark ist öffentlich zugänglich, allerlei Teiche, Wasser- und Vogeltiere bevölkern diese Insel der Ruhe. Einmalig.

Durch diese Allee wandeln die Pilgersleue in Richtung Schloss Matzen.

Durch diese Allee wandeln die Pilgersleue in Richtung Schloss Matzen.

Schloss

Wie im Märchen: Das Schloss und der Schlossteich. Brauchts nur noch den Froschkönig…

Ein Schloss wie in Kent: Schloss Matzen bei Brixlegg.

Ein Schloss wie in Kent: Schloss Matzen bei Brixlegg.

Einer der Barock-Teiche im Park des Schlosses Matzen.

Einer der Barock-Teiche im Park des Schlosses Matzen.

FullSizeRender (84) Und von hier aus ist‘s nur noch ein Katzensprung nach St. Gertraudi. Auf einer uralten Trasse geht es über dem Talboden dahin, vorbei an Schloss Lichtenwörth nach St. Gertraudi. Die Rast kann dann gleich in der Jakobsweg-Herberge gemacht werden, im legendären Gasthof Kammerlander. Mit der genauso legendären Wirtin, der jetzigen Pilgermutter Elisabeth Laimböck.

Die Jakobsweg-Pilgerherberge, der Gasthof Kammerlander im lauschigen Kirchendörfchen St. Gertraudi

Die Jakobsweg-Pilgerherberge, der Gasthof Kammerlander im lauschigen Kirchendörfchen St. Gertraudi

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