St. Adolari: Ein Juwel am Pillersee

Die Etappe von Waidring nach St. Johann i.T. beginnt erstens mit einem sanften Aufstieg und zwotens mit der Entdeckung eines ganz wundersamen Kirchleins. Jenes des St. Adolari. Und es ist wahrhaftig ein Juwel.

Von Waidring her kommend, entlang des Haselbaches pilgernd gilt es für die kühnen Pilgersleute, eine schluchtähnliche Verengung des Haselbachs zu überwinden. Dann aber taucht urplötzlich, quasi als Belohnung und geradezu mystisch ein Kirchlein auf. Zwischen Bäumen versteckt und mit einem nur sehr kleinen Turm versehen: St. Adolari.

Es wäre ganz sicher nicht verwunderlich, wenn dieses Kirchlein St. Adolari just an, mehr noch: auf der Stelle eines uralten Quellheiligtums stünde. Zahlreiche Heimatforscher nehmen das jedenfalls an. Wer war nun eigentlich der Heilige Adolari, fragen sich Pilgerin und Pilgersmann. Berechtigterweise, denn der Name klingt heute doch einigermaßen exotisch.

St. Adolari

St. Adolari am Pillersee

St. Adolar hieß ein Märtyrer, der 754 von heidnischen Friesen in Dokkum (in den heutigen Niederlanden) erschlagen worden ist. Adolar war einer der Gefährten des heiligen Bonifatius, der mit weiteren christlichen Missionaren am selben Ort den Märtyrertod erlitt. Sie alle wollten die damals nahezu unbezähmbaren Friesen bekehren.

Eingantstüre St. Adolari

Die schön gestaltete Eingangstüre von St. Adolari

Weshalb nun eine Adolari-Kirche am Pillersee? Vielleicht deshalb, da St. Adolari (dessen Gebeine übrigens im Erfurter Dom bestattet sind) als Schutzheiliger des Viehs verehrt worden war. Eine Besichtigung des Kirchleins ist absolut empfehlenswert.

morus groß

Die Ermordung St. Adolaris durch Friesische Meuchelmörder. Ikonografisch stellt es aber die Ermordung von Thomas Morus dar

Fresko in der Kirche St. Adolari am Pillersee

Eines der wunderschönen Renaissance-Fresken in St. Adolari zeigt die Auferstehung Christi.

Von außen erscheint St. Adolari als rein gotisches Kirchlein. Aber der Innenraum wurde – sicher nicht nur zu meinem Leidwesen – barockisiert. Lediglich die Fresken an den Wänden des Kirchenschiffs sind aus der Renaissance. Aber: sie erinnern daran, dass das Interieur einst schlichter und vor allem schöner war. Ohne den völlig überflüssigen barocken Tand und Plunder, ohne Puten und ähnliche Gestalten. Kaum vorzustellen, wie schön die Kirche war, als sie 1404 geweiht wurde.

Und wie es sich gehört findet der müde Pilger / die ermattete Pilgerin nicht einmal einen Steinwurf vom Kirchlein entfernt Trost und Labung im gleichnamigen Gasthof.

pillersee adolari berge

St. Adolari, im Hintergrund die  Loferer Steinberge

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