St. Johann, die zauberhafte Station am Tiroler Jakobsweg

Es ist wunderschön im Talkessel von St. Johann. Das ‚Leukental‘ ist mit Sicherheit eines der zauberhaftesten Gebiete am Tiroler Jakobsweg.

Ich darf behaupten, schon viele schöne Städte und Regionen an diversen Jakobwegen in Europa gesehen zu haben. Neu in meiner persönlichen Sammlung landschaftlicher Raritäten ist das Gebiet um St. Johann in Tirol. Denn es gibt nur wenige Orte in Tirol, die mit einem derartig grandiosen Bergpanorama aufwarten können wie St. Johann. Der Wilde Kaiser ragt nördlich des Marktfleckens auf, das Kitzbüheler Horn im Süden. Beide Gebirgsstöcke sind einzigartig in ihrer Schönheit.

St. Johann am Wilder Kaiser, Jakobsweg Tirol

Die bizarren Kalktürme des Wilden Kaiser türmen sich liebevoll und doch irgendwie bedrohlich hinter St. Johann auf.

Jakobsweg Tirol, Kitzbüheler Horn

Das Kitzbüheler Horn am Tiroler Jakobsweg. Entlang des Uferweges der Großache geht’s nach St. Johann

Ich bin überzeugt, dass sich diese Schönheit eigentlich nur jenen Menschen erschließt, die sich St. Johann zu Fuß nähern. Wie eben Pilgersleute.  Wer von Erpfendorf her der Großache entlang pilgert (die Großache wird in Bayern zur Tiroler Ache) wird sich am türkisen Wasser des Flusses genauso ergötzen wie am mächtig aufragenden Kitzbüheler Horn. Und jene Pilger_innen, die den originalen Weg via Pillersee – St. Johann in Haus wählen, dürfen (gutes Wetter und klare Sicht vorausgesetzt) stundenlang einen wahrlich atemberaubenden Blick genießen: den Blick auf den Wilden Kaiser. Ein Gebirgsstock, der sich in bizarren Kalkformationen auftürmt und das Antlitz dieser wahrhaft zauberhaften Gegend prägt. 

hof vor kaiser

Schon weit vor St. Johann erhebt sich der Wilde Kaiser. Vorbei an wunderschönen Bauernhäusern führt der Jakobsweg Tirol nach St. Johann.

Auf dem Weg nach St. Johann bewahrheitet sich eindrucksvoll ein Zitat Jean Jaques Rousseau’s: „Wer ans Ziel kommen will, kann mit der Postkutsche fahren, aber wer richtig reisen will, soll zu Fuß gehen.“ Der hügelige Tiroler Jakobsweg führt an prächtigen Bauernhäusern vorbei und eröffnet immer wieder Blicke, die wir nur noch von alten Postkarten her kennen. Und wie sie nur Pilgersleute wahr nehmen können.

Hauptplatz in St. Johann in Tirol, Tiroler Jakobsweg

Der Hauptplatz von St. Johann. Ein Ort, wo Pilger_innen ganz wunderbar rasten können.

Pfarrkirche von St. Johann am Jakobsweg Tirol

Die Kirche zum Hl. Johannes im gleichnamigen Ort am Tiroler Jakobsweg.

Man muss wissen, dass das Gebiet um St. Johann einst die Kornkammer Tirols gewesen ist. Wenngleich die Landwirtschaft heutzutage eine wirtschaftlich nur noch untergeordnete Bedeutung hat: Als Rest, quasi als Derivat jahrtausendealter bäuerlicher Tätigkeiten ist die Landwirtschaftsschule in der Weitau übrig geblieben.

Tiroler Jakobsweg, Spital auf der Weitau

Das einstige ‚Spital in der Weitau‘ war früher sicher auch den Pilger_innen gewidmet, die in Richtung Santjago de Compostela unterwegs waren. Heute ist es ein Teil der Landwirtschaftsschule Weitau.

In St. Johann angekommen, sollte man sich etwas Zeit nehmen. Um auf dem Hauptplatz vor der Kirche des Heiligen Johannes zu rasten. Was auffällt: die vielen Geschäfte im Ortszentrum. Mir kommt es vor, als wäre ich im Salzkammergut und nicht in Sainihåns wie die Einheimischen St. Johann in ihrem Dialekt nennen: Trachtengeschäfte, Kioske, Schuh- und Lodengeschäfte aber auch Geschäfte für landwirtschaftlichen Bedarf. St. Jo‘hann (die letzte Silbe des Ortsnamens wird betont) belegt eindrucksvoll, wie nachhaltig sich eine Fußgängerzone auf die Belebung des Zentrums auswirkt.

Schuhgeschäft in St. Johann am Tiroler Jakobsweg

Selbst die Werbung für ein Schuhgeschäft ist lieblich. Ob der Schuh dem Engerl passt ist nicht bekannt.

Die St. Johanner sind ja überhaupt stolz darauf, quasi zum Einkaufszentrum des Bezirks Kitzbühel geworden zu sein.

Auch Gewerbe und Industrie haben sich in dieser Postkartengegend angesiedelt und sorgen mithin für Arbeitsplätze. Ist St. Johann also alles in allem ein kleines Paradies in unseren hektischen Tagen? 

Als Bergliebhaber würde ich diese Frage ohne wenn und aber mit einem eindeutigen Ja beantworten. 

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2 Gedanken zu “St. Johann, die zauberhafte Station am Tiroler Jakobsweg

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  2. Pingback: 1. Etappe Lofer – Erpfendorf – St. Johann | Der Tiroler Jakobsweg

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