Flirsch am Tiroler Jakobsweg

Wer hätte es gewusst, dass das Dörfchen Flirsch am Tiroler Jakobsweg im 19. Jahrhundert zum Standplatz der „Großindustrie Österreichs“ zählte? Im Gegensatz dazu ist Flirsch für Modelleisenbahn-Fans seit langem ein Begriff: Denn der Bahnhof ist als „Bausatz Flirsch“ käuflich zu erwerben.

Auf dem Weg von Zams in Richtung Arlberg erreicht der muntere Pilger / die leichtfüßige Pilgerin Flirsch, wo sich das Stanzertal wieder etwas öffnet. Und man kann von hier aus den Arlbergpass schon erahnen.

Flirsch am Tiroler Jakobsweg

Blick auf das Ortszentrum von Flirsch. Der Tiroler Jakobsweg führt mittendurch…

Der Bau der Arlbergbahn ist sicher das einschneidende Ereignis in der Geschichte dieses einstigen Bergbauerndörfchens. Diese verkehrstechnische Neuerung war auch der Grund, weshalb 1886 im Ort eine Schafwollfabrik entstand, die ,Draxl‘sche Firma“. Jahrzehntelang war zum Beispiel gewalkter Loden aus Flirsch ein Qualitätsbegriff. Ein letzter, sehr schöner Rest dieses  industriellen Zwischenspiels in der Arlberggemeinde – die Fabrik wurde 1994 geschlossen – ist die Fabrikantenvilla der Familie Draxl, die seit 1968 als repräsentatives Rathaus dient.

Rathaus in Flirsch am Jakobsweg Tirol

Das noble Gemeindeamt in Flirsch war einst die Herrschaftsvilla der Industriellenfamilie Draxl

Tiroler Jakobsweg in Flirsch

Blumenschmuck an einem Haus in Flirsch

Auch von der einstigen Bedeutung der Arlbergbahn – sie verband die Habsburgischen Vorlande in Vorarlberg mit dem Rest der Monarchie – ist noch etwas übrig geblieben: der architektonisch sehr interessante Bahnhof von Flirsch, der nicht umsonst als Bausatz bei  Modelleisenbahnern sehr beliebt ist. Das Gebäude ist einer der letzten typischen Stationsbauten an der Arlbergstrecke im Stil der Gründerzeit. Mit allerhand gußeisernen Stützen und Streben.

Bahnhof Flirsch

Der berühmte, sehr malerische Bahnhof von Flirsch auf einem Bild von lokmagazin.de

Mario Matt

Ski-Weltmeister und Olympiasieger Mario Matt

Für Pilger_innen am Tiroler Jakobsweg ist das Rathaus am Ortsanfang und der davor befindliche Platz nicht uninteressant. Ein Rathaus in einer Gründerzeitvilla stellt schon was dar. Und der kleine Platz vor dem Rathaus ist einem Mann gewidmet, der Flirsch in die Schlagzeilen der Welt-Sportpresse gebracht hat: Slalomartist Mario Matt. Er wurde zweimal Slalomweltmeister und errang als Höhepunkt seiner Karriere die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sotschi.

Besonders reizvoll ist dann der weitere Verlauf des Tiroler Jakobsweges in Richtung Arlberg. Eingerahmt von steil aufragenden Bergketten spaziert der wohlgemute Pilger / die fröhliche Pilgerin durch gepflegte Bergwiesen, Lärchenwälder und entlang wild rauschender Bäche in Richtung Arlberg.

Stanzeral bei Schnann

Am Ortsende von Flirsch öffnet sich der Blick in Richtung Schnann und St. Anton.

Stanzertal am Tiroler Jakobsweg

Das sehr reizvolle Stanzertal bei Flirsch

Advertisements

Ein Gedanke zu “Flirsch am Tiroler Jakobsweg

  1. Pingback: 11. Etappe: Von Zams nach Flirsch | Der Tiroler Jakobsweg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s